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Ein Aufruf

Seit ich 2010 eine halbes Jahr in Neuseeland verbracht habe, verlangt mein Körper immer mal wieder nach Porridge. So auch heute morgen. Ja, Porridge ist nicht wirklich sexy und die deutsche Bezeichnung “Haferschleim” macht es auch nicht unbedingt besser. Und trotzdem soll dies ein Aufruf sein, es einfach mal auszuprobieren. Porridge kann wirklich sehr lecker sein. Mit frischen Früchten, Joghurt und Nüssen zum Beispiel. Oder wie hier mit Banane und Honig.

Porridge

Porridge:
150 ml Milch
eine kleine Tasse Haferflocken

eine Prise Salz
Zucker nach Bedarf (ich süße erst hinterher mit Honig)

Milch in einem kleinen Topf erwärmen. Die Haferflocken einrühren. Salzen und evtl. zuckern. Rühren und warten bis Haferflocken und Milch eine pastöse Verbindung eingehen. Bitte nicht tot kochen. Die Haferflocken dürfen noch Biss haben. Nach Belieben garnieren und genießen.

Big Air Package

Ich muss zugeben, ich war skeptisch. Christo kommt erneut ins Gasometer. Ein mit Luft gefülltes, verschnürtes Paket. In einem Turm. Es ist Christo, also natürlich das größte mit Luft gefüllte, verschnürte Paket, das es je gab. Ich wusste ich würde hingehen. Ich wollte auch hingehen. Aber ich war skeptisch.

Nun war ich da und kann nur sagen: Wow! Es ist ein außerordentliches, mit Luft gefülltes, verschnürtes Paket. Über eine Luftschleuse (ich hatte mir bei Luftschleuse eine Art Prozedere mit spacigen Geräuschen vorgestellt, dass auf den Eintritt in ein ungewöhnliches Kunstwerk vorbereitet – es war allerdings nur eine Drehtür) geht es ins Innere der Skulptur. Noch ein paar Stufen hinauf und es ist da. Das Weiß. Das es eine Skulptur ist, interessiert im Inneren nicht mehr. Es ist dieser weiße, riesige Raum der beeindruckt. 50 Meter im Durchmesser und 90 Meter hoch. Er erzeugt eine eigenartige Stimmung. Leider war Oberhausen bewölkt und verschneit, deswegen war das Dach des Gasometers nicht geöffnet. Ich möchte noch einmal im Sommer hin, bei strahlendem Sonnenschein und noch mehr Licht. Denn mit noch mehr Licht wird vermutlich auch das Weiß noch beeindruckender.

Zur Skulptur wurde das “Big Air Package” für mich erst, als ich es wieder verließ. Mit dem Fahrstuhl können in dem Raum zwischen Gasometer und Luftpaket ca. 100 Höhenmeter überwunden werden. Auf diese Weise sind die Ausmaße erst spürbar. Aus einem Fahrstuhl mit Glaswänden sind 100 Meter wirklich hoch!

Der erste Blick aus der Schleuse

Weiß

Rechts oben der Fahrstuhl

In dem eigenartigen Licht des “Big Air Package” ist dieses Foto von Ma entstanden. Es erinnert mich extrem an das futuristische Gemälde von Giacomo Balla. Von diesem Bild hat meine Lehrerin im Kunstleistungskurs der 12. Klasse gesagt, es könne nach dem ersten Betrachten nie wieder vergessen werden. Hab ich es nicht vergessen, weil sie sagte, ich würde es nie mehr vergessen oder hatte sie einfach recht? Ich habe es zumindest nie wieder vergessen. Und nun  habe ich es auch noch aus Versehen nachgestellt. Wird daraus eine Verfolgung? Demnächst legen wir uns wohl einen Dackel zu. Oh je.

Futuristisch

Giacomo Balla

 

Verlaufsbericht

Ich wollte meinen neuesten Linolschnitt gerne mit einem Verlauf drucken. Im Siebdruck ist es ein Kinderspiel Verläufe zu drucken. Gewünschte Farben nebeneinander auftragen, mit dem Rakel hin und her reiben und dann drucken wie gewohnt. Ob das beim Linoldruck genauso gut klappt? Ich war mir nicht ganz sicher…

Natürlich habe ich mir nicht irgendeinen Verlauf ausgesucht, sondern gleich einen dreifarbigen. Ich habe die 3 Farben nebeneinander auf eine Glasplatte aufgetragen und die Farbe wie üblich mit einer Gummiwalze verteilt. Die Farben vermischen sich beim hin und her rollen fast von allein und ergeben einen wirklich schönen Verlauf. Es muss lediglich darauf geachtet werden, dass die Rolle “in der Spur” bleibt.

Verlauf

In der Spur bleiben

Ein Problem stellte dann allerdings das auftragen der Farbe auf die Linolplatte dar. Normalerweise färbe ich die Platte kreuzweise ein. Ich rolle also erst diagonal in die eine Richtung, drehe die Platte und rolle in die andere Richtung. So erreiche ich einen optimalen Farbauftrag ohne die Kanten des Linoleums mit einzufärben. Das geht mit einem Verlauf natürlich nicht. Um zu vermeiden, dass mir meine Druckplatte wegrutscht sobald ich zu nah an die Kante rolle, habe ich mir zwei “Schienen” aus Linoleumresten gebaut. Sie dienten als Abrollhilfe und erleichterten es mir außerdem, die Walze immer gerade zu halten.

Schienen bauen

Ich muss gestehen, ich hatte noch nie so viele Fehldrucke wie bei diesem Motiv. Es erfordert mehr Akribie, Geduld und Zeit einen Verlauf zu drucken, aber nach einer Art Eingewöhnung funktionierte es sehr gut. Und das Ergebnis ist sehr schön geworden. Der fertige Druck ist ab sofort im Shop erhältlich.

Einwandfrei

Hat von euch schon mal jemand einen Verlauf gedruckt? Wie hat es funktioniert?

Mor har bagt du ved da…

Ich habe Geburtstag und da zu einem anständigen Geburtstag ein Geburtstagskuchen gehört, Ma aber nicht sonderlich gut backen kann, habe ich ihn selbst gebacken. Und zwar nicht irgendeinen Kuchen, sondern “Mor har bagt du ved da” (dänisch für: Mama hat “du-weißt-schon” gebacken), einen der leckersten Kuchen der Welt. Ein saftiger Schokokuchen mit einer dicken buttrigen Glasur mit Kaffee und Kokosnuss. Sensationell gut! Da diesen Kuchen allerdings kaum jemand zu kennen scheint, teile ich das Rezept gerne heute und hier. Auf das die Welt in den Genuss dieses Kuchens kommt.

Mor har bagt du ved da

Teig:
3 Eier
250 g Zucker

175 g Nutella
2 EL Kakaopulver (natürlich das echte)

175 g Mehl
3 TL Backpulver
100 ml kochendes Wasser
100 ml Milch

Glasur:
5 EL starken Kaffee (zubereiteter Kaffee, nicht das Pulver)
100 g Butter
2 EL Kakaopulver (wieder das echte)
250 g Puderzucker
2 TL Vanillezucker
75 g Kokosraspel

Alle Zutaten für den Teig miteinander verrühren und in eine gefettete Backform geben. Die Menge reicht für eine kleine runde Springform mit ca. 22 cm Durchmesser. Im vorgeheizten Backofen bei 180° für 25 – 30 Minuten durchbacken und abkühlen lassen.

In einem kleinen Topf alle Zutaten für die Glasur bei kleiner Flamme unter rühren schmelzen lassen. Mit einem Pinsel eine dünne Schicht Glasur auf den Kuchenrand streichen und mit Kokosraspeln bedecken. Anschließend die noch warme Glasur großzügig auf dem gesamten Kuchen verteilen. Für eine festere Konsistenz evtl. noch mehr Kokosraspeln unterrühren.

Abschließend im Schoko-Kaffee-Kokos-Himmel schweben.

Ein Traum

Mmh...

Ein Drittel Weiss

In Düsseldorf im KIT – Kunst im Tunnel – gibt es noch bis zum 20. Mai die Ausstellung “Ein Drittel Weiss” zu bestaunen. Sie behandelt das zeitgenössische Interesse am schwarz-weiss und so waren selbstverständlich alle ausgestellten Werke sehr unbunt.

Lange festgehalten hat mich die Arbeit “Cut-up 14″ von Imi Knoebel. Vielleicht weil es soviel darin zu entdecken gibt. Ich sehe immer wieder diverse Buchstaben. Außerdem erinnert mich dieses Werk sehr stark an das Logo meiner Grundschule. Zum Einschulungsgespräch bekam ich eine Konturzeichnung des Logos, einen pinken Metallic-Bleistift mit Radiergummi hintendran (einen kleinen Rest dieses Bleistiftes besitze ich noch heute!) und ein paar Minuten Zeit um alle Zahlen und Buchstaben, die ich im Logo finden konnte, mit dem Bleistift auszumalen.

Außerdem haben mich die Fotografien von Jan Paul Evers besonders fasziniert. Fotografie ist hier vermutlich der falsche Ausdruck, denn bei Evers Arbeit handelt es sich um Silbergelatine-Bilder die einen vielschichtigen Entstehungsprozess durchlaufen haben. Durch das manuelle Bearbeiten der Bilder entstehen nicht reproduzierbare Unikate. Von weitem sind es graue Flächen verschiedener Helligkeit, von nahem mehr oder weniger stark gekörnte Nebelfelder. Der schwarze Schwan 1 + 2 von ihm gefiel mir am besten. Zwei nahezu identische, geometrisch, abstrakte Bilder, von denen eines um 180° gedreht aufgehängt wurde. Sie hingen nicht nebeneinander und es wurde mir erst spät bewusst, dass es sich um das gleiche Motiv handelt. Gehirn überlistet. Sowas mag ich. Es bringt mich zum Lächeln.

Neben der Kunst war aber auch das “Gebäude” sehr interessant. Es ist, wie der Name schon verrät, ein Tunnel. Er liegt zwischen den Tunnelröhren für den Autoverkehr am Rheinufer und bildet einen wirklich außergewöhnlichen, aber sehr passenden Raum für zeitgenössische Kunst.

Rado, Martin Pfeifle

Links ist der Schwarze Schwan 2 von Jan Paul Evers

Cut-up 14, Imi Knoebel

Zeitungsfotos, Thomas Ruff

Map, Marsha Cottrell

Das Ende des Tunnels

Entschuldigt bitte die schlechte Bildqualität – Handyfotos.

“Hast du auch einen Blog oder so?”

Nein, lautete meine Antwort bisher. Ab heute ändert sich das. Ich bin etwas aufgeregt und weiß nicht recht wohin mit mir und diesem Projekt. Ich bin gespannt was daraus wird. Immerhin waren heute morgen am kürzlich gekauften Kirschzweig die ersten Blüten zu sehen. Noch ganz jung und frisch und schön. Irgendwie passend, oder?

Junge Blüte

Auf



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