Kupfer vs Neon

Ich habe sechs Jahre lang an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) studiert. Die Kunst wende ich nun auch schon recht lange an. Damit das mit der Wissenschaft aber nicht zu kurz kommt, betreibe ich mit einem meiner neuesten Drucke ultimative und wissenschaftlich einwandfreie Forschung in Sachen Trendfarbe.

Immer wieder kommt mir in der letzten Zeit zu Ohren, Kupfer sei das neue Neon. Was Wohnaccessoires betrifft, kann ich das bestätigen. Zu den meistgesehenen Farben bei Kleidung, Schmuck, Make-up, Taschen etc. gehört aber eindeutig Neon. Was ist also dran am neuen Kupfertrend? Funkelnde metallic-Optik? Oder doch nur matter Grünspan?

Kupfer vs Neon

Meinen neuen Druck „Überglücklich“ habe ich deswegen in zwei Versionen geplant. 20 Exemplare in Kupfer und 20 in, wer hätte das gedacht, Neonpink. Allerdings gibt es keine Linoldruckfarbe in Neon und nur welche mit unzureichender Funkelqualität in Kupfer. Buh! Um trotzdem ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen, habe ich für diesen Druck die Farben selbst hergestellt. Yeah!

Die gekaufte Kupfer-Linoldruckfarbe habe ich mit glänzendem Kupferpulver veredelt.

Kupferpartikel ohne Ende

In der Sonne glänzt der Druck richtig schön und funkelt wie eine Diamantenhöhle. Ich habe auf dem Foto mal versucht, das Glanzspektakel im Sonnenlicht einzufangen.

Ich habe versucht, das Funkeln des Drucks in der Sonne einzufangen

Für die Neonpinke Druckfarbe musste ich die Farbe komplett selber herstellen. Dazu habe ich Neonpigment mit etwas Wasser zu einem leuchtenden Farbbrei angerührt und die Pigmente etwa eine Stunde „sumpfen“ lassen. Danach habe ich diesen Farbbrei mit ca. der gleichen Menge Linolbindemittel verrührt und schon entstand eine gebrauchsfertige Linoldruckfarbe mit hervorragender Leuchtkraft. Wenn man sich diese frische, satte Farbe im Töpfchen eine Weile angeschaut hat, erscheint der Rest der Welt plötzlich ganz farblos und matt.

Krass pinkes Pigment

Yeah! Neonpink

In Zukunft werde ich wohl öfter meine Farben selbst herstellen. Das habe ich witzigerweise bisher nie gemacht. Ich verstehe plötzlich wieso es Künstler gibt, die eine Leinwand einfach nur mit einer satten Farbe bemalen. Aber zurück zum Thema: Anhand der verkauften Exemplare der zwei verschiedenen Versionen dieses Drucks, kann ich 1A-Marktforschungs-mäßig bestimmen, ob Kupfer nun wirklich das neue Neon ist. Ich muss wohl demnächst mit dem Ergebnis in sämtlichen Fernsehshows und bei internationalen Lifestyle-Kongressen auftreten. Verzeiht mir also, wenn es hier etwas ruhig wird …

Auf dem letzten Designmarkt war der Druck übrigens schon dabei. Neon liegt momentan 3:1 vorne.

„Überglücklich“ gibt es natürlich im Shop!

EDIT: Neon liegt nun schon 6:2 vorne.

3 Kommentare

  1. Geil! (sorry…)
    Farben selber anrühren macht eine Meeeenge Spaß und man kann so toll experimentieren. 🙂 Ich würd ja wohl eher die Neonvariante nehmen… Oder doch die glitzernde Kupfervariante… Weiss nicht… Als Bekleidung geht Neon mal gar nicht…
    pssst… Der Link zum Shop funktioniert nich. 😉

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