Monat: Dezember 2013

Glücklich sein

Wenn man selbständig ist und ein kleines Label betreibt, dann ist die Weihnachtszeit alles andere als besinnlich und gemütlich. Ich stehe beinahe täglich bei der Post in der Schlange, weil der Postkasten direkt vor meiner Tür immer total überfüllt ist, am Wochenende toure ich durch ganz Deutschland, um auf diversen Designmärkten meine Drucke auszustellen, Mailanfragen und Bestellungen häufen sich, die Steuererklärung schlägt mir schon manchmal gegen den Hinterkopf usw. Ich will mich gar nicht beklagen, ich mache alle diese Dinge gern und freue mich natürlich sehr über die Nachfrage und das Interesse! Aber wie gesagt: Besinnlich und gemütlich ist das nicht. Und deswegen gehen mir die vielen glücklichen Momente leider manchmal menthal durch die Lappen. Letzte Woche habe ich allerdings dank Danas Aufruf auf ihrem Blog immer mal wieder aufgeschrieben, welche kleinen Dinge und Momente mich glücklich gemacht haben. Und auch wenn es mit Sicherheit noch nicht einmal alle Glücksmomente sind, ist es schon eine beachtliche kleine Liste geworden. Nachmachen macht glücklich!

1. Denken, dass der Nikolaus nicht mehr weiß wo man wohnt und sich irren.
2. Auf dem HOLY.SHIT.SHOPPING in Köln einen ehemaligen Kommilitonen unerwartet als Standnachbarn haben.
3. Vom besagten Standnachbarn eine Übernachtungsmöglichkeit für das HOLY.SHIT.SHOPPING in Stuttgart angeboten bekommen.
4. Der super duper Weihnachts-Verlosungsartikel über mich von Juli auf ihrem Blog und alle Kommentare dazu. Hach.
5. Eine Praktikumsbewerbung erhalten. Da ich (noch) keine Werkstatt, geschweige denn einen zweiten Arbeitsplatz habe, muss ich solche Anfragen leider immer ablehnen. Ich freue mich trotzdem über jede einzelne. Und irgendwann kann ich dann auch mal eine annehmen.
6. Halbaufgelöste weiße Schokolade in einem großen Milchkaffee. Mmh!
7. Weiterschlafen nachdem der Wecker geklingelt hat.
8. Endlich wieder ein Sonnenbrillentag. Gepaart mit einem Ausflug. Perfekt!
9. Kalte, klare Luft.
10. Das Kribbeln in den Händen, wenn man von draußen reinkommt.
11. Im Auto ein Lied im Radio hören, dass ich schon längst vergessen habe, laut mitsingen und es jetzt wahrscheinlich nie wieder vergessen. Ihr wollt wissen, welches Lied das ist? Hier entlang. Allerdings auf eigene Gefahr.
12. Mit Bauchweh auf dem Sofa liegen und einen Tee gebracht kriegen.
13. Müslibrot.
14. Eine Anfrage von einem Wohnmagazin für einen meiner Drucke. Daumen drücken bitte.
15. Alte Arbeiten durchsehen und dabei meinen allerersten Siebdruck finden.

Ketchupbananen. Mein allererster Siebdruck

And the LUUPS book goes to …

Tagelanges Warten. Ungeduldiges Hufe scharren. Nervöses Keksgekrümel. Unruhiger Schlaf. Böse funkelnde LUUPS Gutscheinbücher. Schimmelansetzendes Gewissen. All das hat endlich ein Ende, denn ich habe heute ganz feierlich mit Kupferstift auf schwarzem Papier alle Teilnehmer der Verlosung aufgeschrieben und in Ermangelung eines geeigneteren Kandidaten höchstselbst Glücksfee gespielt. Alle Zettelchen waren einigermaßen gleich groß und ich habe beim Hineingreifen in das Losschälchen nicht mal mit einem halben Auge hingeschaut. Die Bedingungen waren also total fair und ich nehme keine Beschwerden entgegen.

Das Schälchen des ewigen Glücks

Die Gewinner!

Lara bekommt das LUUPS Gutscheinbuch für Essen, Marco das für Krefeld und Stephanie (entschuldige bitte, dass ich deinen Namen so doof abkürzen musste, aber er passte einfach nicht auf das kleine Zettelchen) das für Münster. Herzlichen Glückwunsch ihr 3. Ihr erhaltet erst eine Mail und dann Post. Allen anderen danke ich herzlichst für’s Teilnehmen.

Making of … Rainy Days Never Stay

Heute gebe ich mal wieder einen Einblick in die Entstehung eines neuen Drucks. Oft empfinde ich den Ablauf als recht unspektakulär, weil die erste Skizze direkt sitzt. Das Übertragen auf die Linoleumplatte, das Schnitzen und das Drucken ist dann im Prinzip nur noch eine Art abarbeiten der erforderlichen Schritte. Das zu dokumentieren erscheint mir eher langweilig denn spannend, also kann ich auch oft nur noch etwas zum fertigen Druck sagen. Bei meinem neuesten Motiv sieht das etwas anders aus.

Die erste extrem schnelle Skizze

Mit dieser kleinen Skizze (etwa 3 x 5 cm) von einem etwas verbogenen Strichmännchen fing alles an. Ich hatte noch keine rechte Vorstellung vom fertigen Druck, es ging mir eher um die Aussage. Die Formfindung fand deswegen ausnahmsweise mal in groß statt.

Im Wandel

Bild 1 ist noch ziemlich nah am Strichmännchen orientiert. Das gefiel mir allerdings gar nicht. Zu rund, zu ausladend, zu theatralisch, nicht flüssig genug. Der Regenschirm wollte noch nicht recht ins Bild passen und wo der Text stehen sollte, wusste ich schon gar nicht.

Auf Bild 2 veränderte ich die Figur in ein etwas zu glückliches, laufendes Mädchen. Der Schirm wollte aber noch immer nicht recht ins Bild passen. Während die Skizze entstand, habe ich übrigens Mikhael Paskalev entdeckt, wie man unschwer an der Notiz am Papierrand erkennen kann. Er ist Norweger (was ihn für mich schon mal grundsätzlich sympathisch macht), tanzt in einem Musikvideo (I Spy) auf eine so charmante und ansteckende Weise und macht Musik, die einfach fröhlich stimmt. Außerdem fiel mir beim Betrachten der neuen Figur eine Lösung für den Text ein. Er sollte, passend zum Thema, wie Regen durch das Bild tröpfeln. Und der Regenschirm musste kleiner werden, um vernünftig im Bild zu sitzen.

In Bild 3 habe ich die Figur kaum verändert, aber immerhin den Regenschirm mit drauf bekommen. Der Gesichtsausdruck und die Körperhaltung vermittelten meiner Meinung nach aber noch nicht ausreichend die Stimmung des Motivs und der Aussage. Also entstand eine Reihe schneller Skizzen am unteren Bildrand mit dem Ergebnis und der Erkenntnis, dass die zuerst angedachte Körperhaltung (siehe Strichmännchenskizze) doch am ehesten den Text illustriert.

Bild 4 zeigt die fertige Skizze. Der Gesichtsausdruck ist nachdenklich, die Körperhaltung unbeschwert. Es gibt immer wieder graue Tage, aber sie vergehen.

Simulation am Computer

Wie bei fast allen zweifarbigen Drucken, simuliere ich das Endergebnis am Computer. Dazu erstelle ich in Photoshop eine schnelle Kopie des Motivs und probiere verschiedene Farben aus. Grau und bunt in Kombination gefiel mir für die Thematik dieses Drucks am besten, also entschied ich, mal wieder einen Verlauf zu drucken. Hier habe ich schon einmal berichtet, wie das funktioniert.

Der fertige Linoldruck

Das ist der fertige Druck. „Rainy Days Never Stay“.

Der Linoldruck ist natürlich ab sofort in meinem Shop erhältlich.