Karneval auf dänisch

Es ist Rosenmontag. Halb Deutschland ist heute kunterbunt und total lustig drauf. In den Hochburgen fahren bunte Züge durch die Stadt und werfen mit Süßigkeiten. Nackte oder sonst wie entblößte Politiker aus Pappmaché sind heute keine Seltenheit. Wer mittags noch nicht betrunken ist, macht was falsch und unlustige Witze sind heute urkomisch. Kurz gesagt: Ich wohne in Düsseldorf, kann mit Karneval aber gar nichts anfangen. Ich bin in Flensburg geboren und habe dort die ersten 22 Jahre meines Lebens gewohnt. Ich bin Mitglied der dänischen Minderheit, ging auf dänische Schulen und habe selbstverständlich auch auf dänische Art Karneval gefeiert. Nein halt! In Norddeutschland feiert man natürlich Fasching und auf dänisch „FASTELAVN“.

In der Schule haben wir in der Woche vor dem Fest viele Stunden mit den Vorbereitungen verbracht. Denn zu einem richtigen fastelavnfest gehört natürlich ein „FASTELAVNSRIS“. Dieses besteht typischerweise aus einem Bund junger Birkenzweige.  Geschmückt werden die Zweige mit Bändern und Blumen aus buntem Krepppapier, schwarzen Katzen, Masken und Bonbons.

Fastelavnsris

Bild von http://blaamejsen.blogspot.de

Und was wäre fastelavn ohne „slå katten af tønden“ – die Katze aus der Tonne schlagen. Ein großes Holzfass wird hierzu kunterbunt bemalt und mit Süßigkeiten und einer Katze (bis 1830 eine echte, seitdem aber glücklicherweise nur noch die Stofftiervariante) befüllt und aufgehängt. Nacheinander schlagen alle mit einer Holzkeule gegen das Fass. Wer mit seinem Schlag das Fass endgültig kaputt schlägt, wird mit einer goldenen Papierkrone zum Katzenkönig gekürt. Hach. Es ist ewig viele Jahre her, dass ich mit einer Holzkeule auf ein Fass geschlagen habe. Und so witzig das Ganze klingen mag: Für die dänischen Küfer sind diese Fässer die Existenzgrundlage. Und es ist ein Riesenspaß!

Nach so viel körperlicher Betätigung muss natürlich eine Stärkung her. Das einzig würdige Nahrungsmittel an diesem Tag sind natürlich „FASTELAVNSBOLLER“. Boller (eine echte Übersetzung gibt es nicht – „Brötchen“ trifft es aber vermutlich am besten) gibt es in Dänemark für jede Gelegenheit. Die besten sind aber eindeutig die fastelavnsboller. Ein mit Vanillecreme oder Marzipan gefülltes Hefebrötchen mit Schokoladenverzierung. Dieses köstliche Backwerk möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten. Vergesst die blöden Industrieberliner, die es hier überall gibt. Backt euch dänische fastelavnsboller!

Fastelavnsboller

Fastelavnsboller (ergibt ca. 20 Stück)
Für den Teig:
500 g Mehl
250 g Butter
1 Würfel Hefe
200 ml Milch
2 EL Zucker
2 TL Salz
1 Ei

Für die Creme:
2 Eigelb
2 EL Zucker
1,5 EL Stärke
200 ml Milch
etwas Vanille

Schokolade zum verzieren

Hefe, Milch und Butter erwärmen, mit den restlichen Zutaten mischen, kneten und ca. 40 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.

Alle Zutaten für die Creme in einem kleinen Topf unter ständigem rühren erwärmen bis Pudding daraus wird. Vom Herd nehmen und abkühlen lassen.

Den Teig halbieren und jede Portion ca. 1 cm dick ausrollen. Alle 6 – 8 cm einen Teelöffel Creme auf den Teig setzen und die zweite Hälfte des Teiges darüber legen. Nun mit einem runden Ausstecher von ca. 6 – 8 cm Durchmesser (ein Glas funktioniert auch auper) durch beide Teiglagen durchstechen und die so entstandenen, gefüllten boller auf ein Backblech setzen und bei 200° ca. 12 Minuten backen.

3 Kommentare

  1. mit einem fastelavnsris in der nähe stünde meine verkleidung vermutlich fest :: rotäuglein 🙂 na, ich würd mich dann einfach mit einem teller voll fastelavnsboller ein stückchen weg stellen …

  2. so gefällt er mir, der fasching – ähnlich wie bei uns in ostösterreich. und bei uns sind’s krapfen – ähnlich von der zubereitung, allerdings mit marillenmarmelade gefüllt – und um himmels willen nicht die gekauften, die selbstgemachten schmecken gaaaanz anders und um häuser besser 😉
    der birkenbunte strauß gefällt mir sehr.
    hab einen feinen rosenmontag, unnärrisch, dafür aber fröhlich lustig!
    lieben gruß
    dania

  3. Schön bunt! Ich mag den Strauß. Karneval mag ich nicht so, aber da bleib ich hier in Berlin auch sehr verschont von…

Kommentare sind geschlossen.