Neuseeländischer Schokopudding

Ich war kurz vor meinem Studienabschluß für ein Auslandssemester 6 Monate in Neuseeland. Das war eine ganz wundervolle Zeit in einem ganz wundervollen Land. Ich habe dort in einer WG mit neuseeländischen Mädels gewohnt. Ähm, gut ok, eine kam aus Samoa und die andere war Britin, aber wer ist in Neuseeland denn bitte nicht zugezogen? Selbst die Maori sind zugewandert. Und den neuseeländischen Alltag habe ich trotzdem erlebt. Eine schöne Alltäglichkeit ist folgende:

Wer in Neuseeland einer Einladung folgt, bringt immer ein Gericht mit. Einen Teller voll Essen quasi. So entsteht bei jeder Art von Feier oder auch unfestlicher Zusammenkunft ein tolles Buffet, an dem sich jeder bedienen darf. Das ist an sich natürlich nicht ungewöhnlich. Auch hier in Deutschland bringt der ein oder andere schon mal einen Kartoffelsalat mit zum Grillabend. In Neuseeland ist es aber wirklich die Regel. Du bist eingeladen? Dann bring Essen mit.

An einem dieser Abende in unserem eigenen Haus, wollte ich einen Kuchen beisteuern, erfuhr dann allerdings, dass schon „Chocolate Pudding“ angekündigt wurde. Ich könne ja Eis dafür kaufen. Eis und Pudding? Kurz habe ich mich gewundert, aber dann nicht weiter darüber nachgedacht. Am Abend gab es dann allerdings gar keinen Pudding, sondern einen süßen, saftigen schoko-schokoladigen Schokokuchen getränkt mit Schokosoße. Das Eis passte ganz hervorragend dazu!

Später erfuhr ich, dass eben dieser schoko-schokoladige Schokokuchen „Chocolate Pudding“ ist. Irgendwie eine Mischung aus Kuchen und Pudding. Und während ich hier so in Erinnerungen schwelge, fällt mir auf, dass die Geschichte darüber, wie ich und der neuseeändische Pudding schlagartig unsere Liebe zueinander fanden, nur mäßig spannend ist. Allerdings ist heute WORLD BAKING DAY. Yeah! Woohoo. Die ganze Welt backt Kuchen. Überall liegt ein toller Duft in der Luft. Wann also, wenn nicht jetzt, sollte ich dieses wunderbare Rezept mit der Welt teilen?

Chocolate Pudding

Chocolate Pudding
Für den Teig:
100 g dunkle Schokolade
50 g Butter
125 ml Milch
85 g Mehl
70 g brauner Zucker

1 TL Backpulver

Für die Soße:
100 g brauner Zucker
1 EL Kakao (gehäuft)
350 ml kochendes Wasser

Schokolade und Butter in einem kleinen Topf bei schwacher Hitze schmelzen und mit den restlichen Zutaten zu einem Teig rühren. Den Teig in eine ausreichend große Backform, am besten eine Auflaufform, geben. Die Form sollte möglichst nicht zu mehr als einem Drittel  mit Teig gefüllt sein. Das gibt sonst eine Riesensauerei im Ofen. Zucker und Kakao (bitte echten, bitteren Kakao verwenden) miteinander vermischen und auf dem ungebackenen Teig verteilen. Das heiße Wasser vorsichtig, am besten über einen Löffel gegossen, über die Kakao-Zuckermischung geben und im vorgeheizten Backofen bei 180° ca. 40 Minuten backen.

Aus Zucker, Kakao und Wasser wird während des backens ganz von allein eine Schokosoße, die den Kuchen knatschig und matschig und saftig werden lässt. Das sieht anfangs sehr merkwürdig aus und wird im Laufe des Backprozesses noch viel merkwürdiger, am Ende wird aber ganz bestimmt alles gut und vor allem lecker. Mit säuerlichen Früchten und Vanilleeis schmeckt der „Pudding“ am besten. Also los jetzt. Pudding backen! Es ist WORLD BAKING DAY!

2 Kommentare

  1. genau das richtige für schokotage (und von denen gibts ja einige …). fein sieht er aus. und im übrigen bin ich schwer dafür, dass der essen-mitbring-brauch im regelsinne übernommen wird.

  2. Oh, der schaut lecker aus! Den werd ich vielleicht mal nachzaubern. Ich durfte auch mal 5 Wochen in Neuseeland verbringen. Zum Teil umherreisend, zum anderen Teil in einer Neuseeländischen Familie. Die haben auch ganz oft so eine Art Wackelpudding/Götterspeise gemacht. Leider war ich damals nicht recht back- und kochfreudig und habe mir keine Rezepte erfragt.

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