Minidruck zu gewinnen. Hui!

Vor einer ganzen Weile, also genauer gesagt vor mehr als 5 Monaten, habe ich hier vom Minitrick erzählt. Einfach mal den Kopf ausschalten und machen. Dabei herausgekommen sind 5 mini Linoldrucke, die ich eigentlich nur „live“ auf Märkten und Messen verkaufen wollte. Der Protest war riesig und laut. Ich habe so viele Beschwerdemails bekommen, dass ich eine kleine Ewigkeit damit beschäftigt war, sie alle zu lesen und natürlich zu beantworten. Streng genommen bin ich gerade eben erst damit fertig geworden. Deswegen habe ich es auch jetzt erst geschafft, alle 5 Minidrucke in meinem virtuellen Kaufmannsladen ins Regal zu stellen. Klick!

Ok. Ich habe gerade eventuell ein klitzekleines bisschen übertrieben. Vielleicht waren es nur zwei Hände voll Beschwerden. Und vielleicht war ich auch in Wahrheit gar nicht bis eben damit beschäftigt. Vielleicht habe ich einfach eine Sommerpause gemacht. Als Entschädigung und weil heute Donnerstag ist, verlose ich nun einen der fünf Drucke. Ok?

I don't care

I don’t care. (schwarz)

Heiterhannes

Heiterhannes (türkis)

Käfersammlung

Käfersammlung (rot)

Fuchs

Fuchs (fuchsfarben)

Schattenmonster

Schattenmonster (dunkellila)

Wer einen der fünf oben gezeigten Drucke gewinnen möchte und einen Wohnsitz in Deutschland hat, schreibt bitte bis zum 3. September 2014 einen Kommentar mit Lieblingsmotiv (= Gewinn) und einer Kontaktmöglichkeit (E-Mail) unter diesen Beitrag. Viel Glück!

 

 

 

 

Sommergelüste

Mein Lieblingsgetränk ist Wasser. Am liebsten stilles Wasser. Und am allerliebsten kaltes Leitungswasser. Ich finde das sehr praktisch. Ich habe es immer da. Es muss nicht erst die Treppen hochgetragen werden. Es ist günstig. Und in vielen Teilen Deutschlands sogar mineralreicher als abgefülltes Wasser. Allerdings ernte ich oft erschütterte Blicke von Freunden und Verwandten, wenn ich auf die Frage nach meinem Getränkewunsch mit Leitungswasser antworte. „Nein“, sagen sie, „du kriegst doch kein Leitungswasser. Wir haben doch auch…“. Als wäre Leitungswasser irgendwie was schlechtes. Naja. So ist das wohl. Ist auch nicht so wichtig. Und auch gar nicht schlimm.

Ich komme also getränketechnisch ganz locker durch’s Jahr. Nur im Sommer habe ich irgendwie immer Lust auf was anderes. Vielleicht weil ich im Sommer öfter mit netten Menschen an schönen Orten Zeit verbringe und dabei etwas trinke. Vielleicht aber auch weil fruchtige Drinks gut zum Sommer passen. Oder einfach nur so. Und dann wundere ich mich, dass es in allen Cafés das gleiche, meist langweilige, Angebot gibt. Cola, Saft und natürlich Saftschorle. Wieso denn bloß? Eistee ist doch so einfach zubereitet und er kann drölfzigfach variiert werden. Selbstgemachte Limonade ist auch ganz easy und sogar günstig hergestellt. Mal ganz abgesehen von ausgefalleneren Kreationen. Also wenn ich ein Café hätte, dann gäbe es eine tolle Getränkeauswahl. Und meinem Servicepersonal würde ich einen brüskierten Blick beibringen, den es einsetzen müsste, wenn jemand eine Cola bestellt. Hehe.

Bis dahin mache ich mir einfach selber tolle Getränke. Zum Beispiel Erdbeer-Limette-Minz-Schorle.

Erdbeer-Limette-Minz-Schorle

Erdbeer-Limette-Minz-Schorle
100 ml Erdbeersirup
1 – 2 Scheiben Limette
1 Stängel frische Minze
300 ml Mineralwasser

Erdbeersirup in ein großes Glas geben (je nach Konzentration des Sirups, muss die Menge evtl. angepasst werden), ein bis zwei Scheiben einer Limette und ein Stängel frische Minze dazu und mit Mineralwasser aufgießen. Umrühren. Fertig!

Ich habe mir meinen Erdbeersirup selbst gekocht. Aus frischen Erdbeeren, dem Saft zweier Limetten, Zucker, Gelierzucker und Wasser. Allerdings habe ich das einfach so nach Gefühl zusammengemischt. Wer nach einem Rezept für Erdbeersirup googelt, wird aber sicher fündig.

Neuseeländischer Schokopudding

Ich war kurz vor meinem Studienabschluß für ein Auslandssemester 6 Monate in Neuseeland. Das war eine ganz wundervolle Zeit in einem ganz wundervollen Land. Ich habe dort in einer WG mit neuseeländischen Mädels gewohnt. Ähm, gut ok, eine kam aus Samoa und die andere war Britin, aber wer ist in Neuseeland denn bitte nicht zugezogen? Selbst die Maori sind zugewandert. Und den neuseeländischen Alltag habe ich trotzdem erlebt. Eine schöne Alltäglichkeit ist folgende:

Wer in Neuseeland einer Einladung folgt, bringt immer ein Gericht mit. Einen Teller voll Essen quasi. So entsteht bei jeder Art von Feier oder auch unfestlicher Zusammenkunft ein tolles Buffet, an dem sich jeder bedienen darf. Das ist an sich natürlich nicht ungewöhnlich. Auch hier in Deutschland bringt der ein oder andere schon mal einen Kartoffelsalat mit zum Grillabend. In Neuseeland ist es aber wirklich die Regel. Du bist eingeladen? Dann bring Essen mit.

An einem dieser Abende in unserem eigenen Haus, wollte ich einen Kuchen beisteuern, erfuhr dann allerdings, dass schon „Chocolate Pudding“ angekündigt wurde. Ich könne ja Eis dafür kaufen. Eis und Pudding? Kurz habe ich mich gewundert, aber dann nicht weiter darüber nachgedacht. Am Abend gab es dann allerdings gar keinen Pudding, sondern einen süßen, saftigen schoko-schokoladigen Schokokuchen getränkt mit Schokosoße. Das Eis passte ganz hervorragend dazu!

Später erfuhr ich, dass eben dieser schoko-schokoladige Schokokuchen „Chocolate Pudding“ ist. Irgendwie eine Mischung aus Kuchen und Pudding. Und während ich hier so in Erinnerungen schwelge, fällt mir auf, dass die Geschichte darüber, wie ich und der neuseeändische Pudding schlagartig unsere Liebe zueinander fanden, nur mäßig spannend ist. Allerdings ist heute WORLD BAKING DAY. Yeah! Woohoo. Die ganze Welt backt Kuchen. Überall liegt ein toller Duft in der Luft. Wann also, wenn nicht jetzt, sollte ich dieses wunderbare Rezept mit der Welt teilen?

Chocolate Pudding

Chocolate Pudding
Für den Teig:
100 g dunkle Schokolade
50 g Butter
125 ml Milch
85 g Mehl
70 g brauner Zucker

1 TL Backpulver

Für die Soße:
100 g brauner Zucker
1 EL Kakao (gehäuft)
350 ml kochendes Wasser

Schokolade und Butter in einem kleinen Topf bei schwacher Hitze schmelzen und mit den restlichen Zutaten zu einem Teig rühren. Den Teig in eine ausreichend große Backform, am besten eine Auflaufform, geben. Die Form sollte möglichst nicht zu mehr als einem Drittel  mit Teig gefüllt sein. Das gibt sonst eine Riesensauerei im Ofen. Zucker und Kakao (bitte echten, bitteren Kakao verwenden) miteinander vermischen und auf dem ungebackenen Teig verteilen. Das heiße Wasser vorsichtig, am besten über einen Löffel gegossen, über die Kakao-Zuckermischung geben und im vorgeheizten Backofen bei 180° ca. 40 Minuten backen.

Aus Zucker, Kakao und Wasser wird während des backens ganz von allein eine Schokosoße, die den Kuchen knatschig und matschig und saftig werden lässt. Das sieht anfangs sehr merkwürdig aus und wird im Laufe des Backprozesses noch viel merkwürdiger, am Ende wird aber ganz bestimmt alles gut und vor allem lecker. Mit säuerlichen Früchten und Vanilleeis schmeckt der „Pudding“ am besten. Also los jetzt. Pudding backen! Es ist WORLD BAKING DAY!

Für die einen ist es Eiderstedt …

… für mich ist es eine Reise in die Vergangenheit. Meine Oma bewohnte 60 Jahre ihres Lebens ein wunderschönes Reetdachhaus in Tating. Keine Frage also, dass ich viele Schulferien, Feiertage und Wochenenden auf Eiderstedt verbrachte.

Eiderstedt gehörte vor vielen 100 Jahren noch nicht zum deutschen Festland. Es bestand aus zwei Inseln und einer Halbinsel und wurde erst vor knapp 1000  Jahren durch natürliche Schlickablagerungen und künstliche Landgewinnung zu der kleinen Halbinsel, die wir heute kennen. Eiderstedt ist flach. So flach, dass man manchmal glaubt, man könne die Erdkrümmung sehen. Zumindest so flach, dass von fast jedem Punkt der Halbinsel ein Deich zu sehen ist. Und Eiderstedt ist ziemlich verlassen. Der größte Ort hat knapp unter 5000 Einwohner. Zwei Orte haben um die 3000 Einwohner und dazwischen ist fast nichts. Hier und da mal eine Ansammlung mehrerer Häuschen. Oder auch ganz einsam gelegene. Und windschiefe Bäume. Sonst nichts. Aber gerade das ist natürlich das tolle an Eiderstedt. Wir waren am Ostermontag bei super Wetter an drei touristisch sehr beliebten Orten und doch hätten wir zu jeder Zeit mit wild fuchtelnden Armen im Kreis laufen können, ohne andere Lebewesen damit zu stören. Gut. Der ein oder andere Mensch hätte sich eventuell doch gestört gefühlt, aber wir hätten ihn nicht vorher aus dem Weg jagen müssen. Und sowieso. Wenn es ihn stört, kann er ja auch gehen.

Wir starteten unsere Tour morgens bei grauem Himmel in Flensburg und fuhren ohne große Umwege direkt nach Westerhever. Denn nicht weit von Westerhever befindet sich Westerheversand. Eiderstedts Wahrzeichen. Und der vermutlich berühmteste Leuchtturm Deutschlands. Direkt am Deich gibt es einen Parkplatz. Von dort sind es dann noch ca. 2,5 Kilometer bis zum Leuchtturm.

Es war windig

Das sind allerdings keine normalen 2,5 Kilometer. Erstens ist es dort meistens sehr windig und zweitens ist es ein Spaziergang durch eine fremde Welt. Gleich hinter’m Deich beginnt nämlich der Nationalpark Wattenmeer und rund um Westerheversand erstreckt sich eine riesige Salzwiese. Eine Salzwiese heißt Salzweise, weil sie regelmäßig vom salzigen Meerwasser überspült wird und deswegen sehr salzhaltig ist. Logisch, dass das nicht jede Pflanze verträgt. Die Vegetation ist also eher fremdartig und hat manchmal lustige Namen. Boddenbinse zum Beispiel.

Eine fremde Welt

Salzwiesen

Den Leuchtturm sieht man übrigens schon lange lange bevor man ihn erreicht. Kein Wunder. Er ist schließlich mächtig hoch und drumherum ist alles flach. Und trotzdem sieht er noch so winzig aus.

Ganz dramatisch mit grauem Himmel und vielen Vögeln

Mit jedem Schritt klart der Himmel immer weiter auf.

Der Himmel klart endlich auf

Um genau pünktlich bei unserer Ankunft am Leuchtturm vollends aufzubrechen.

Erst so klein und dann so groß

Leuchtturmwärterhausfenster

Der alte Stockenstieg (der Weg im Vordergrund) ist eine Abkürzung vom und zum Leuchtturm. Dieser Weg führt direkt durch die Salzwiesen zum Deich und ist nur ca. 1 Kilometer lang. Da die Salzwiesen aber auch Nistgebiet für viele Vögel sind, ist er erst ab August begehbar.

Der alte Stockenstieg

Wenn man sich an genau der Stelle vom obigen Foto umdreht, sieht man übrigens das hier:

Nichts

Weit und breit nichts. Kein Mensch. Kein Haus. Kein Auto. Kein Baum. Ja, noch nicht einmal ein Schaf. Visuelle Entspannung pur.

Für mich haften an vielen Orten auf Eiderstedt natürlich Kindheitserinnerungen. Westerheversand zum Beispiel habe ich zuletzt mit meiner Oma vor über 20 Jahren besucht. Da war ich noch ganz klein und meine Oma fit genug, um die Strecke zu Fuß zurücklegen zu können. Aber auch wenn ich eventuell sentimental verklärt auf dieses Fleckchen Erde schaue, glaube ich ganz fest, dass sich hier jeder ganz wunderbar entspannen kann. Ich sag’s euch. Eiderstedt!

 

In der Tarte

Ich habe zum allerersten Mal eine Quiche gebacken. Allein das Wort ist toll. Quiche. Nun ja, der Boden meiner fertigen Quiche war nach dem Backen noch etwas roh und ich googelte nach Tipps und Rezepten und erfuhr, leider etwas spät, dass der Boden besser ohne Belag vorgebacken werden sollte. Jaja. So ist das, wenn man einfach drauf los macht, ohne sich zu informieren. Ich konnte allerdings gut mit meinem halbrohen Teig leben. Allerdings musste ich bei meiner Recherche auch feststellen, dass ich keine Quiche, sondern eine Tarte gebacken habe. Streng genommen ist eine Quiche nämlich nur dann eine Quiche, wenn es eine Quiche Lorraine ist. Also mit Speck und Zwiebeln. Jegliche herzhafte Gemüsekuchen mit anderem Belag sind Tartes. Tarte ist ein doofes Wort. Und auch wenn ich damit nicht ganz so gut leben kann und weiterhin eine Quiche-Jungfrau bin, ist meine Tarte-Eigenkreation enorm lecker und absolut nachahmungswürdig.

Mmh... Tarte

Echt lecker

Süßkartoffel-Paprika-Chorizo Tarte
Für den Teig:
250 g Mehl
125 g Butter
4 EL Wasser
1/2 TL Salz

Für den Belag:
2 Schalotten
1 große Süßkartoffel (300 g)
2 rote Paprika
200 g Chorizo
200 g Schmand
3 Eier

Gewürze und Kräuter nach Geschmack

Aus Mehl, Butter, Wasser und Salz einen Mürbeteig kneten und abgedeckt mindestens 30 Minuten kalt stellen.

Eine Süßkartoffel schälen, in kleine Würfel schneiden und etwa 5 Minuten in leicht gesalzenem Wasser kochen. Die Schalotten und Paprikaschoten würfeln und mit etwas Öl in der Pfanne anbraten. Mit den gut abgetropften Süßkartoffelwürfeln und Chorizoscheiben mischen und nach Geschmack würzen. Die Chorizo bringt schon etwas Schärfe und eine salzige Note mit. (Statt Chorizo können sicherlich auch Pfefferbeißer oder Salami verwendet werden)

Den Mürbeteig aus dem Kühlschrank nehmen und gleichmäßig in einer gefetteten Tarteform verteilen. Wer keinen halbrohen Teig riskieren möchte, sollte die ungefüllte Tarte nun 10 – 15 Minuten bei 180° im vorgeheizten Ofen backen. Danach die Schalotten-Paprika-Süßkartoffel-Chorizo-Füllung auf dem Teig verteilen. 3 Eier, etwas Salz und einen Becher Schmand verquirlen, über das Gemüse gießen und nochmals ca. 30 Minuten bis zur gewünschten Bräunung  bei 180° backen.

Lasst es euch schmecken!

Tarte mit Parika, Süßkartoffel und Chorizo. Yummy!

Das Gute ist immer nah

Das tolle daran grenznah zu wohnen, ist die Möglichkeit ‚mal eben‘ in ein anderes Land zu fahren. Ich liebe das. Früher war Dänemark das andere Land. Nun sind es die Niederlande. Innerhalb einer Stunde kann ich die Grenze überqueren. Und sobald das geschieht, verändert sich alles. Der Straßenlauf verändert sich, die Schilder sehen gleich und doch ganz anders aus, Häuser und deren Anordnung sind fremd, es wird eine andere Sprache gesprochen, an der Tankstelle stehe ich staunend vor der Getränkeauslage und kann mich kaum entscheiden, es liegt Abenteuer in der Luft und ich nehme alles viel intensiver wahr. An diesen Tagen wünsche ich mir die alten Währungen zurück. Ich weiß, ich weiß, der Euro ist toll und voll praktisch, aber ich mochte fremdländisches Geld schon als Kind. Ich mochte das Umrechnen bei jedem Teil, das Staunen über den so niedrigen oder so hohen Preis, das Befühlen der anderen Münzen, die bunten Scheine. Ich genieße einen Aufenthalt in den Niederlanden aber auch ohne Gulden. Staune stattdessen über ein komplett schwarzes Haus uns frage mich: Wieso gibt es hier keine schwarzen Häuser?

Ein komplett schwarzes Haus

Ich mag die Architektur der Niederländer. Die Kombination von alt und neu. Die unkomplizierte Schlichtheit. Den Mut.

Innenstadt Eindhoven

Straßenlaterne

So schlicht und schön

Wenn ich im Ausland bin, muss ich immer in mindestens einen Supermarkt. Ich liebe es, fremde Lebensmittel zu kaufen. Geht euch das auch so? In den Niederlanden gibt es zum Beispiel sehr günstige, extrem leckere, frische Säfte. In Glasflaschen. Mit einem schlichten Etikett. Mein Grafikerherz hüpft und springt, wenn es tolle Verpackungen sieht. Und mein Gaumen freut sich mit. Manchmal träume ich von einem Weltsupermarkt. Er ist nicht weit von meinem Haus, nie zu voll und wird von den freundlichsten Menschen geführt. Dort gibt es die niederländischen Säfte, dänische Leberpastete, diesen einen Kaffee aus Uruguay, mit dunkler Schokolade umhülltes Erdbeerlakritz aus Neuseeland (ja ich weiß, das klingt sehr ekelig, aber nach dem ersten Stückchen, kann sich keiner mehr wehren.) und belgische Schokolade. Natürlich gibt es noch viel mehr Waren im Angebot, aber meistens ist der Traum vorbei, bevor ich daran denken kann. Wenn das kein Grund ist, die Welt weiter zu bereisen …

Bunter Springbrunnen

Kuppeldach im Einkaufszentrum

 

Action ahoi

Ui ui ui. Zur Zeit hinke der Zeit immer sowas von hinterher. 3001 Dinge wollen erledigt werden, ich arbeite mit Hochdruck an einigen Neuerungen mein Label betreffend und die Blogbeiträge kommen dabei zu kurz. Manchmal wünsche ich mir drei zusätzliche Arme und 8 Stunden zusätzlich pro Tag. Oh und eine Haushaltshilfe. Die letzten zwei Wochen habe ich hauptsächlich damit verbracht, neue Motive in Linol zu schnitzen und natürlich zu drucken. Einer cleveren Eingebung folgend, habe ich mir kürzlich eine helfende Horde Helden mit Superkräften „gebaut“. Das ich da nicht schon eher drauf gekommen bin. So ein Held ist nämlich eindeutig besser als jeder Heinzelmann. Mal ganz abgesehen vom umwerfenden Charme eines Superhelden. Und schnell sind die. Und mit Neon. Soll ja out sein. Ist so einem Helden aber egal.

Superheldenactionarmee

Apropos der Zeit hinterherhinken. Ich habe dann jetzt auch mal einen Instagram-Account. Meine Name dort lautet frau_knallbraun. Man möge mir folgen, so man mag.

Die Superhelden sind erstmalig am Wochenende in Hamburg käuflich zu erwerben und ganz bald (ich schwöre und verspreche) sind alle neuen Drucke auch im Shop erhältlich. Eine der oben genannten Neuerungen betrifft allerdings meine Produktfotos und ich bin einfach noch nicht so weit. Deswegen bitte ich um etwas Geduld oder anhaltende Klagen.

Der Minitrick

Ich liebe was ich tue. Aber manchmal ist mir mein Kopf im Weg. Zu viele Gedanken. Zu viel Inhalt. Zu viel Kopf. Kreativität und Inspiration gehen dann ein Eis essen, während ich mit meinem Kopf diskutiere. Das ist etwas lästig und wenig produktiv.

Die letzten Tage habe ich allerdings ein wirksames Mittel gefunden, um meinen Kopf zu überlisten. Und zwar habe ich einfach Minidrucke gemacht. Der Kopf denkt dann: „Ach, nur ein Minidruck. Damit muss ich mich nicht abmühen. Ich gehe lieber ein Eis essen.“ Inspiration und Kreativität hingegen überschlagen sich fast und jubeln: “ Juhu, juhu, juhu. Ein Minidruck. Einfach drauf los. Der Kopf ist Eis essen und wir können tun, was wir wollen. Ein Minidruck. Und noch einer. Und noch einer. Und noch einer.“

Tolle Farben

So ungefähr spielte sich das wirklich ab. Nicht, dass ich dann komplett kopflos arbeite. Frei und weniger verkopft aber schon. Ein Minidruck nimmt nicht die ganze Wand für sich ein. Dafür ist er ja viel zu Mini. Also darf er auch beudeutungsleicht sein. Gibt es das Wort? Bedeutungsschwer gibt es. Bedeutungsleicht ist also schon logisch, oder? So habe ich also die letzten Tage verbracht. Schnelle Skizzen, schnelle Farbwahl, schnelle Entscheidungen. Das war toll. Und genau das Richtige um endgültig aus dem schläfrigen Wintertrott auszubrechen.

3 der neuen Motive

Die Minidrucke wird es vorerst übrigens nicht im Shop geben, sondern nur auf Designmärkten und -messen. Sollten ausreichend Klagen diesbezüglich bei mir eintrudeln, überlege ich es mir aber gern nochmal anders.

Karneval auf dänisch

Es ist Rosenmontag. Halb Deutschland ist heute kunterbunt und total lustig drauf. In den Hochburgen fahren bunte Züge durch die Stadt und werfen mit Süßigkeiten. Nackte oder sonst wie entblößte Politiker aus Pappmaché sind heute keine Seltenheit. Wer mittags noch nicht betrunken ist, macht was falsch und unlustige Witze sind heute urkomisch. Kurz gesagt: Ich wohne in Düsseldorf, kann mit Karneval aber gar nichts anfangen. Ich bin in Flensburg geboren und habe dort die ersten 22 Jahre meines Lebens gewohnt. Ich bin Mitglied der dänischen Minderheit, ging auf dänische Schulen und habe selbstverständlich auch auf dänische Art Karneval gefeiert. Nein halt! In Norddeutschland feiert man natürlich Fasching und auf dänisch „FASTELAVN“.

In der Schule haben wir in der Woche vor dem Fest viele Stunden mit den Vorbereitungen verbracht. Denn zu einem richtigen fastelavnfest gehört natürlich ein „FASTELAVNSRIS“. Dieses besteht typischerweise aus einem Bund junger Birkenzweige.  Geschmückt werden die Zweige mit Bändern und Blumen aus buntem Krepppapier, schwarzen Katzen, Masken und Bonbons.

Fastelavnsris

Bild von http://blaamejsen.blogspot.de

Und was wäre fastelavn ohne „slå katten af tønden“ – die Katze aus der Tonne schlagen. Ein großes Holzfass wird hierzu kunterbunt bemalt und mit Süßigkeiten und einer Katze (bis 1830 eine echte, seitdem aber glücklicherweise nur noch die Stofftiervariante) befüllt und aufgehängt. Nacheinander schlagen alle mit einer Holzkeule gegen das Fass. Wer mit seinem Schlag das Fass endgültig kaputt schlägt, wird mit einer goldenen Papierkrone zum Katzenkönig gekürt. Hach. Es ist ewig viele Jahre her, dass ich mit einer Holzkeule auf ein Fass geschlagen habe. Und so witzig das Ganze klingen mag: Für die dänischen Küfer sind diese Fässer die Existenzgrundlage. Und es ist ein Riesenspaß!

Nach so viel körperlicher Betätigung muss natürlich eine Stärkung her. Das einzig würdige Nahrungsmittel an diesem Tag sind natürlich „FASTELAVNSBOLLER“. Boller (eine echte Übersetzung gibt es nicht – „Brötchen“ trifft es aber vermutlich am besten) gibt es in Dänemark für jede Gelegenheit. Die besten sind aber eindeutig die fastelavnsboller. Ein mit Vanillecreme oder Marzipan gefülltes Hefebrötchen mit Schokoladenverzierung. Dieses köstliche Backwerk möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten. Vergesst die blöden Industrieberliner, die es hier überall gibt. Backt euch dänische fastelavnsboller!

Fastelavnsboller

Fastelavnsboller (ergibt ca. 20 Stück)
Für den Teig:
500 g Mehl
250 g Butter
1 Würfel Hefe
200 ml Milch
2 EL Zucker
2 TL Salz
1 Ei

Für die Creme:
2 Eigelb
2 EL Zucker
1,5 EL Stärke
200 ml Milch
etwas Vanille

Schokolade zum verzieren

Hefe, Milch und Butter erwärmen, mit den restlichen Zutaten mischen, kneten und ca. 40 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.

Alle Zutaten für die Creme in einem kleinen Topf unter ständigem rühren erwärmen bis Pudding daraus wird. Vom Herd nehmen und abkühlen lassen.

Den Teig halbieren und jede Portion ca. 1 cm dick ausrollen. Alle 6 – 8 cm einen Teelöffel Creme auf den Teig setzen und die zweite Hälfte des Teiges darüber legen. Nun mit einem runden Ausstecher von ca. 6 – 8 cm Durchmesser (ein Glas funktioniert auch auper) durch beide Teiglagen durchstechen und die so entstandenen, gefüllten boller auf ein Backblech setzen und bei 200° ca. 12 Minuten backen.

Die Neue

Heute stelle ich euch die neue Mitarbeiterin im Hause Knallbraun vor. Sie hat die letzten Wochen viel meiner Zeit geraubt. Sie ist noch etwas störrisch und will sich nur langsam an ihren neuen Arbeitsplatz und ihre Aufgaben gewöhnen. Sie hat aber keine Wahl, denn ich habe sie gekauft. Und wo ich das gerade so schreibe, muss ich schon wieder an den kürzlich gesehenen, schrecklichen Film „12 Years a Slave“ denken (der Film an sich war eigentlich gar nicht schrecklich, das Thema und einige der Szenen aber sehr wohl). Empfindlichen Gemütern empfehle ich, diesen Film nicht zu schauen. Aber zurück zu meiner neuen Mitarbeiterin. Sie ist natürlich kein Mensch, sondern eine Maschine. Eine mechanische Maschine. Das schätze ich sehr an ihr. Denn alte mechanische Maschinen sind die einzigen, an denen hellgrüner Hammerschlaglack gut aussieht. Ich meine, kauft ernsthaft noch jemand Hammerschlaglack? Und wenn ja, für welchen Zweck?

Hammerschlaglack

Das Gute an mechanischen Mitarbeitern liegt auf der Hand. Sie beschweren sich selten und arbeiten ohne zu jammern die ganze Nacht durch. Das Schlechte daran: Sie ist mechanisch und arbeitet nur, wenn ich auch arbeite. Außerdem kann sie keine Treppen steigen. Das heißt ich muss sie tragen. Zum Glück geht sie selten aus.

Meine neue Druckpresse

Sie ermöglicht mir ganz neue Druckmöglichkeiten. Größere Formate zum Beispiel. Und gleichmäßige Ergebnisse. Ich bin selber sehr gespannt, was unsere Zusammenarbeit hervorbringen wird. Eine neue Technik haben wir schon zusammen ausprobiert. Der nun arbeitslose Esslöffel (ja richtig gelesen, ich habe früher meistens mit einem Esslöffel gedruckt) hätte das nicht hinbekommen. Aber davon berichte ich demnächst mehr. Versprochen. Nun schaut euch erstmal die ganzen tollen Schrauben und Verstelldinger an, die meine neue Druckpresse hat. Ein Traum. Ein bißchen liebe ich sie schon…

Meine neue Druckpresse

Meine neue Druckpresse

Meine neue Druckpresse

Meine neue Druckpresse

Meine neue Druckpresse

Meine neue Druckpresse