Kategorie: Sommer

Sommergelüste

Mein Lieblingsgetränk ist Wasser. Am liebsten stilles Wasser. Und am allerliebsten kaltes Leitungswasser. Ich finde das sehr praktisch. Ich habe es immer da. Es muss nicht erst die Treppen hochgetragen werden. Es ist günstig. Und in vielen Teilen Deutschlands sogar mineralreicher als abgefülltes Wasser. Allerdings ernte ich oft erschütterte Blicke von Freunden und Verwandten, wenn ich auf die Frage nach meinem Getränkewunsch mit Leitungswasser antworte. „Nein“, sagen sie, „du kriegst doch kein Leitungswasser. Wir haben doch auch…“. Als wäre Leitungswasser irgendwie was schlechtes. Naja. So ist das wohl. Ist auch nicht so wichtig. Und auch gar nicht schlimm.

Ich komme also getränketechnisch ganz locker durch’s Jahr. Nur im Sommer habe ich irgendwie immer Lust auf was anderes. Vielleicht weil ich im Sommer öfter mit netten Menschen an schönen Orten Zeit verbringe und dabei etwas trinke. Vielleicht aber auch weil fruchtige Drinks gut zum Sommer passen. Oder einfach nur so. Und dann wundere ich mich, dass es in allen Cafés das gleiche, meist langweilige, Angebot gibt. Cola, Saft und natürlich Saftschorle. Wieso denn bloß? Eistee ist doch so einfach zubereitet und er kann drölfzigfach variiert werden. Selbstgemachte Limonade ist auch ganz easy und sogar günstig hergestellt. Mal ganz abgesehen von ausgefalleneren Kreationen. Also wenn ich ein Café hätte, dann gäbe es eine tolle Getränkeauswahl. Und meinem Servicepersonal würde ich einen brüskierten Blick beibringen, den es einsetzen müsste, wenn jemand eine Cola bestellt. Hehe.

Bis dahin mache ich mir einfach selber tolle Getränke. Zum Beispiel Erdbeer-Limette-Minz-Schorle.

Erdbeer-Limette-Minz-Schorle

Erdbeer-Limette-Minz-Schorle
100 ml Erdbeersirup
1 – 2 Scheiben Limette
1 Stängel frische Minze
300 ml Mineralwasser

Erdbeersirup in ein großes Glas geben (je nach Konzentration des Sirups, muss die Menge evtl. angepasst werden), ein bis zwei Scheiben einer Limette und ein Stängel frische Minze dazu und mit Mineralwasser aufgießen. Umrühren. Fertig!

Ich habe mir meinen Erdbeersirup selbst gekocht. Aus frischen Erdbeeren, dem Saft zweier Limetten, Zucker, Gelierzucker und Wasser. Allerdings habe ich das einfach so nach Gefühl zusammengemischt. Wer nach einem Rezept für Erdbeersirup googelt, wird aber sicher fündig.

Warum rot und nicht schwarz?

Sommerzeit = Marmeladenzeit. Natürlich selbstgemacht, weil die am besten schmeckt. Schwarze Johannisbeermarmelade mag ich besonders gern. Vielleicht ist es sogar meine allerliebste Lieblingsmarmelade – so genau habe ich noch nie darüber nachgedacht. Früher hatten meine Eltern einen schwarzen Johannisbeerstrauch im Garten, also gab es auch immer schwarze Johannisbeermarmelade. Ich kenne sonst keinen der schwarze Johannisbeeren im Garten hat. Und auch über mundraub (eine Seite auf der öffentlich zugängliche Obst- und Nussbäume und -sträucher auf einer Karte gelistet werden können) konnte ich keine nahegelegenen Sträucher ausfindig machen. In Supermärkten gibt es das ganze Jahr über (!) Himbeeren, Blaubeeren und rote Johannisbeeren, aber nicht einmal zur allerbesten Johannisbeerzeit gibt es schwarze. Also auf zum Markt. Doch selbst hier in Düsseldorf auf dem Carlsmarkt, wo es wirklich alles gibt, sind schwarze Johannisbeeren rar. Ein Händler sagte mir, es würde sich nicht lohnen, weil die schwarzen Beeren einfach zu selten nachgefragt werden. Ich finde rote Johannisbeeren ok, aber die schwarzen richtig richtig lecker. Aromatischer, vollmundiger, süßer, intensiver, als Marmelade farblich viel ansprechender (der Grafiker in mir nimmt Farben auch bei Nahrungsmitteln extrem wichtig). Geht es nur mir so? Will denn sonst keiner schwarze Johannisbeeren? Ich verstehe das wirklich nicht!

Ich habe auf dem Carlsmarkt natürlich letztendlich zwei Stände mit schwarzen Johannisbeeren gefunden. Einer viel zu teuer. 100 g = 2,95 Euro. Schwarze Johannisbeeren sind also das neue Gold? Der andere preislich ok. Mehr als ein Kilo Beeren habe ich nach Hause getragen und saftig süße Marmelade daraus gekocht. Zusammen mit Frischkäse auf hellem Brot ein Genuss. Ich hoffe mein Vorrat reicht bis zur nächsten Saison. Und wenn ich mal einen eigenen Garten habe, dann pflanze ich schnellstmöglich einen schwarzen Johannisbeerstrauch.

Viel viel schwarze Johannisbeermarmelade

Marmeladenvorrat. Kiwi, Erdbeer, Waldbeer und schwarze Johannisbeer.

Wie ich die Marmelade gekocht habe, schreibe ich nicht auf. Das steht schließlich auf jeder Gelierzuckerpackung drauf. Nur eins, meine Marmelade ist immer schlicht. Keine Vanille, kein Alkohol, keine Minze oder andere Kräuter. Nur Zucker und Früchte. Mjam.