Archiv Schönes

Berlin, du buntes Biest

Neulich war ich in Berlin. Das erste Mal. Nein, ich war schon vorher in Berlin, aber nie so richtig. Und jetzt muss ich unbedingt demnächst wieder hin.

Schon sehr lange vor meiner Abreise habe ich den Besuch von drei Läden geplant. Ich habe natürlich noch viele andere Dinge geplant und gemacht, aber diese drei wollte ich unbedingt.

1. Einen Kaffee bei “THE BARN” trinken.
2. Einen Burger bei “Shiso Burger” essen.
3. Bücher stöbern und kaufen bei “Do you read me?!”.

Praktischerweise liegen alle drei an der gleichen Kreuzung. Wie gut, dass ich nicht in Berlin wohne. Ich müsste immer wieder zu dieser Kreuzung. Oder direkt dort wohnen. Mein Cappuuccino war wirklich gut. Und der Burger echt lecker. Mein Ruin wäre aber “Do you read me?!”. Das ist der tollste Buchladen seit langem. Mit der besten Auswahl. Jedes zweite Buch hat mich angelacht. Vermutlich könnte ich den ganzen Tag dort verbringen. Ich konnte mich zum Glück beherrschen und habe nur vier Bücher gekauft. Eines möchte ich heute hier zeigen.

Der schönste Kalender der Welt!

365

Er heißt ganz schlicht 365. Ein Tag. Eine Seite. Eine Zahl. Am Ende gibt es noch Buchstaben.

Neonverlauf

Das Jahr erlebt einen Farbverlauf von neongelb über neonorange zu neonpink!

Das Innenleben

Innenleben

Die Farben und das schön weiche Papier machen mich echt fertig. Positiv natürlich.

Limitierte Auflage

Zu allem Überfluss ist dieser tolle Kalender auch noch limitiert. Ich bin stolze Besitzerin des 122. Exemplars.

Ich glaube, dieses Jahr ist mir dieses wunderhübsche Buch noch viel zu Schade, um es wirklich als Kalender zu benutzen. Vermutlich werde ich es einfach als Buchkunst aufbewahren. Und regelmäßig über die Seiten streichen. Da aber drei Viertel aller Jahre 365 Tage haben, kann ich mich natürlich jederzeit umentscheiden.

Hat noch jemand etwas für so schöne Druckwerke übrig? Oder bin ich einfach ein bißchen verrückt?

 

Seifenblasen

Als Kind habe ich irre gern Seifenblasen gemacht. Ich weiß, das machen fast alle Kinder gern. Ich habe aber wirklich besonders gern Seifenblasen gemacht. Stundenlang. Ganz besonders fasziniert haben mich natürlich die ganz besonders großen Seifenblasen. Als ich in Flensburgs Innenstadt die Gelegenheit hatte, einen Seifenblasenkünstler bei der Arbeit zu beobachten, habe ich mir kurzerhand die benötigten Gerätschaften nachgebaut und die Sommer fortan damit verbracht, im Garten selber riesige Seifenblasen schweben zu lassen. Immer und immer wieder. Den Höhepunkt meiner Seifenblasenliebe erreichte ich in der 6. Klasse. Ich machte eine Klassenfahrt nach Kopenhagen und dazu gehörte auch ein Besuch im Eksperimentarium. Dort gab es eine Seifenblasenarena. In meiner Erinnerung ist das ein Bereich so groß wie ein Fußballfeld mit tausenden Seifenblasenstationen. In echt sind es wahrscheinlich nur 15 qm mit 3 Stationen. Aber das ist ganz egal, denn man konnte sich dort selbst in eine Seifenblase einhüllen! Ich habe den halben Tag damit verbracht, in einer Seifenblase zu stehen. Wer kann das schon von sich behaupten?

Seifenblasen üben auch heute noch eine große Faszination auf mich aus. Ich komme nur sehr schwer an Pustefix vorbei, ohne welches zu kaufen. Und ich arbeite schon recht lange daran, eine Seifenblase auf Papier zu drucken. Als Druckgrafik natürlich, nicht einfach als Foto. Bisher scheitere ich aber an der Optik. Ich will nicht, dass die Seifenblase zu comichaft aussieht. Es ist wohl noch ein weiter Weg. Bis dahin, schaue ich mir einfach immer wieder das Video dieser Seifenblasenmaschine an. Ein Traum.

Alphabetisch

Seit geraumer Zeit steht ein ABC-Print auf meiner things-I-would-like-to-do-Liste. Erstens weil ich Buchstaben in fast jeder Form sehr mag und zweitens weil ich die Vorstellung, sie alle zusammen hübsch aufgereiht, auf einem Blatt, in einem Rahmen, an vielen Wänden, schön finde. Zwei konkrete Ideen zu einem solchen Druck haben sich kürzlich ganz klar vor meinem Auge kristallisiert. Das Problem: Ich kann und will keine dieser Ideen im Linoldruck umsetzen. Ich will Siebdruck! Nicht nur für einen Alphabet-Druck, sondern generell. Aber erstmal, ganz akut, für das gute ABC. Nun ist das siebdrucken zu Hause mühsam und uncool, eine Werkstatt habe ich aber (noch) nicht. Was also tun? Hat jemand eine Idee? Kennt einer von euch eine offene Werkstatt in oder bei Düsseldorf? Oder etwas ähnliches? In Auftrag geben will ich den Druck nicht. Ich muss selber drucken. Leider bin ich bei der Suche nach Siebdruckmöglichkeiten bisher immer gescheitert.

Bevor ich also mein eigenes Alphabet in Händen halten kann, muss ich mit diesen äußerst hübschen ABC-Kärtchen vorlieb nehmen. Ich weiß noch nicht recht, was ich mit ihnen anstellen soll. Ja, ich kann mich noch nicht einmal entscheiden, ob ich die Vorder- oder die Rückseite schöner finde. Vielleicht ein alphabetisches Mobilé? Dann muss ich mich gar nicht entscheiden. Hmm …

Ein Stapel Buchstaben

ABCDEFGH

Wunderschöne Rückseiten in 4 Farben

Present & Correct

Ich habe ein (wenn nicht sogar DAS) Paradies gefunden. Present & Correct. Ein Schreibwarengeschäft in London. Glücklicherweise gibt es aber auch einen hervorragenden Onlineshop mit weltweitem Versand. Nach Deutschland betragen die Versandkosten gerade einmal 2,45 GBP. Leider also kein Hindernis demnächst mein ganzes Geld dort zu lassen.

Den etwas mehr als 11.000 Fans auf Facebook entnehme ich, dass schon fast alle diesen Shop kennen und ich einfach den Knall nicht gehört habe. Das ist mir allerdings egal, denn ich bin glücklich. Wie es der Zufall will, brauche ich nämlich gerade ganz ganz dringend so ein mit Streifen bedrucktes Lineal, geometrische Risenaufkleber, einen Vintagelocher, mindestens einen dieser bunten Kugelschreiber, eine neue Holzhand (man sollte für alle Fälle gewappnet sein), grafisches Klebeband, ein altes Mathebuch, eine neue Schere und sowieso hätte ich gern einfach einmal alles.

Present & Correct macht in meinen Augen alles richtig. Schöne Produktfotos, ein gutaussehender (und funktionierender) Onlineshop, eine tolle Auswahl … aber was rede ich. Schaut doch einfach selbst. Also ich meine die drei von euch, die diesen Shop noch nicht kennen.

Die schönsten Lineale

Eine lachende Karte

Ein Retro-Tischkalender

Alte Loche

Holztablett und Metallschere

Alte Mathebücher

Ein Heft aus Karteikarten

Geometrische Riesensticker

Grafisches Klebeband

Primary set

Holzhand

Herzband

Bunte Kugelschreiber

Alle Fotos habe ich der Seite von Present & Correct entnommen.

Das ESOPUS Magazin

Und noch ein Bericht über den Inhalt meines Postkastens. Ich habe ein Faible für Gedrucktes. Für besonders gut gedrucktes ganz besonders. ESOPUS ist eine dieser besonders gut gemachten Drucksachen. Ein Magazin wie kein anderes. Ein Gesamtkunstwerk. Jedes Mal.

ESOPUS ist ein zweimal jährlich erscheinendes Magazin über Kunst, Kultur, Poesie und so viel mehr. Es enthält ausschließlich bisher unveröffentlichte Beiträge von Künstlern, Journalisten, Musikern und anderen Kreativen. Jeder kann mitmachen. Jeder kriegt 300 Dollar für eine Veröffentlichung. ESOPUS enthält keine Werbung! Kein einziges kleines Fitzelchen Werbung. Ein Magazin kostet zwischen 10 und 15 Euro. Esopus finanziert sich durch die ESOPUS Foundation. Jeder der etwas spendet, wird im nächsten Heft namentlich genannt. Egal ob 25.000 oder 5 Dollar. ESOPUS wird von Tod Lippy in New York herausgegeben. Die unterschiedlichen Beiträge werden auf unterschiedliche Papiersorten gedruckt. Mal dick und schwer, mal transparent, mal glänzend, mal matt. ESOPUS enthält immer Drucke zum heraustrennen, kleine Zettel, ausklappbare Seiten oder ähnliche Spielereien. Jeder Ausgabe liegt eine CD mit eigens für ESOPUS komponierten Liedern verschiedener Musiker zu einem bestimmten Thema bei. Klingt wie ein Traum. Ist es auch.

Gestern lag die 19. Ausgabe in meinem Postkasten. Und obwohl ich weiß, dass dieser Beitrag nur schlecht vermittelt wie toll dieses Magazin ist, weil ESOPUS mit allen Sinnen erlebt werden muss, möchte ich es euch nicht vorenthalten.

Die aktuelle ESOPUS ist die erste im Querformat. Der dazugehörige Schuber im Hochformat sorgt allerdings dafür, dass auch diese Ausgabe im Regal bei den anderen nicht aus dem Konzept fällt. Ich liebe mitdenkende Menschen ♥

Schuber im Hoch, Magazin im Querformat

Auf einer der ersten Seiten werden alle Spender namentlich genannt.

Liste der Spender

Ein an Zungen-, Hals- und Lungenkrebs erkrankter Mann führte während seiner 33-tägigen Strahlentherapie Tagebuch. Die Tage 18 – 23 wurden in ESOPUS abgedruckt. “Fundstücke” dieser Art sind oft im Magazin enthalten. Ein Dialog, ein Blick hinter etwas, Gedanken einzelner Menschen. ESOPUS spielt gerne mit solchen Inhalten und liefert damit mehr als “nur” Kunst.

Tagebuch eines Krebskranken

Esopus

Jede Ausgabe enthält einen Film in 100 Bildern. Ohne Worte.

esopus06

Unveröffentlichte Fotos aus den 40ern

Dies sind die Aufzeichnungen eines Regisseurs zu einem seiner Theaterstücke. Diese lose Zettelsammlung steckte in einer Art Sammelmappe auf der entsprechenden Seite. Es sind natürlich keine Originale, allerdings sehen sie fast so aus, denn das Papier ist nicht nur von vorne bedruckt. Die Rückseite ist zusätzlich so bedruckt, dass es den Anschein hat, als würde die Tinte der Vorderseite auf der Rückseite durchscheinen. Solche Details machen mir eine Gänsehaut.

Beiliegende Papiere

Esopus

Esopus

Ich entdeckte ESOPUS, als schon 6 Ausgaben erschienen waren. Die ersten 3 Ausgaben waren damals schon ausverkauft. Aufgrund des hohen Aufwands beim Druck erscheint ESOPUS immer limitiert. Es gibt also leider keine Möglichkeit die ersten Ausgaben zu erwerben. Mit der Zeit sind die Ausgaben 1 – 11 und 13 ausverkauft. Gebraucht findet man immer mal wieder einige Exemplare, die älteren Ausgaben allerdings nur zu einem sehr stolzen Preis. Nummer 3 gibt es immer mal wieder für 50 – 100 Euro. Nummer 2 habe ich ein einziges Mal bei Ebay für 412 Euro weggehen sehen. Die Nummer 1 habe ich noch nie irgendwo zum Verkauf gesehen. Sie muss ein wahrer Schatz sein. Auch wenn sie inhaltlich sicher nicht an ihre Nachfolger herankommt (auf der ESOPUS-Webseite kann im Archiv geblättert werden).

Meine Sammlung

Wie schon gesagt, werden die Fotos der Detailverliebtheit dieses Magazins nicht gerecht. Ich hoffe allerdings trotzdem, dass ich dem ein oder anderen dieses tolle Magazin schmackhaft machen konnte. Es lohnt sich und es riecht immer so schön nach frischem Druck.

Es lebe der Print!

 

Was ist schon unnütz?

Vor ungefähr 2 Wochen war ich im Rahmen der c/o pop mit einem Stand auf dem Supermarkt in Köln vertreten. Die Stimmung war super, wie es sich für einen SuperMarkt gehört. Musik, Verpflegung, Standnachbarn, Wetter, wirklich alles super. So super, dass ich vor lauter Euphorie die superneue limitierte Supermarkt-Compilation gekauft habe. Die sieht super aus. Es sind auch super Lieder drauf. Allerdings ist es eine Schallplatte. Und ich habe keinen Plattenspieler. Nun ja, bis ich einen habe, sieht die Platte auch auf dem Sideboard super aus. Das Cover stammt übrigens aus der Hand der supertalentierten Anneke von Bombina Studios.

Sieht doch super aus

Super! Eine Platte.

Um dem Ganzen noch eins draufzusetzen, habe ich mir übrigens ein Strickkleid (ja, aus Wolle) mit halblangen Ärmeln gekauft. Sieht toll aus, fühlt sich toll an. Was mir aber erst später einfiel: Kurzärmelige Kleider werden im Sommer getragen, Wolle und Strick eher im Winter. Wann ziehe ich mein neues Kleid also an? Ich hoffe einfach auf den Herbst. Wer will schon Jahreszeitenkonformität? Und wer tätigt noch unnütze, aber super Einkäufe?

Astrein

Die Pfingstfeiertage habe ich auf dem Needful Things Designmarkt in Wuppertal verbracht. Wuppertal hat mich überrascht. Sehr viele äußerst freundliche Menschen waren dort unterwegs. Die Stadt, zumindest der kleine Teil den ich gesehen habe, ist hübsch. Irgendwann fahre ich nochmal mit mehr Zeit zum gucken hin. Und zum Schwebebahn fahren.

Der Designmarkt war aber auch ganz toll. Blöd für alle die ihn verpasst haben. Utopiastadt (die Location) ist sehr charmant und ich bin gespannt, was die nächsten Jahre noch daraus wird. Ein Produkt hat mich sogar so überzeugt, dass ich es einfach kaufen musste. Das kommt seltsamerweise recht selten vor. Vielleicht weil ich ständig auf Designmärkten meine Wochenenden verbringe? Nun ja, dieses Produkt bringt einem ein Stück Wald in die Küche. An die Küche. Genau genommen an meinen Kühlschrank. Astreine Astmagnete! Genial, oder? Leider finde ich keinen Link oder Shop, wo diese Schmuckstückchen zu erwerben sind, also müssen die Fotos von meinen Ästen vorerst reichen. Wer mehr weiß, bitte melden.

Astreiner Uta-Halter

Astreine Vogelsitzgelegenheit

Das linke Vögelchen hier im Bild ist übrigens ein sehr frühes Werk von mir.



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