Schlagwort: Kuchen

Gelbe Schnitten mit Orange

Ich habe ein etwas ambivalentes Verhältnis zu Möhren. Ich mag Möhren. Wenn sie aber nicht gerade vor mir stehen, vergesse ich, dass es sie überhaupt gibt. Ich habe nie Hunger auf Möhren oder ein Verlangen nach ihnen. Ich würde nie auf die Idee kommen mir einfach so als Snack ein paar Möhren zu schälen. Wenn mir aber jemand ein Glas gestiftelte Möhren auf den Schreibtisch stellt oder mir zum Beispiel auf einer langen Fahrt unterwegs welche anbietet, sind sie innerhalb der nächsten paar Minuten weg. Das Phänomen funktioniert übrigens auch super auf Partys. Nicht nur bei mir, sondern bei allen. Einfach ein paar Möhren zu den Chips stellen und weg sind sie. Aber das nur am Rande. Gekocht mag ich Möhren übrigens gar nicht. Noch nie. Örks. Als ich vor ein paar Jahren mal eine akute Suppenphase hatte, habe ich mich auch an einer Möhrensuppe versucht. Ich dachte, es liegt vielleicht an der Konsistenz von gekochten Möhren. Tut es nicht. Die Suppe habe ich ewig nachgewürzt und am Ende dann doch nicht gegessen. In einer Hühnersuppe funktionieren Möhren wiederum super. Da müssen sie sogar unbedingt dabei sein. Winzig kleine Stückchen zwar, aber davon viele. Und dann gibt es ja noch Möhrenkuchen. Oder Carrot Cake. Ich würde mir niemals einen bestellen. Ich mach das einfach nicht. Mir kommt es nicht einmal kurzzeitig in den Sinn. Da ich aber ein ausgeprägtes ich-möchte-gern-von-allem-probieren-Syndrom habe, probiere ich immer mal wieder ein Stückchen Carrot Cake meiner Begleitung im Café. Und da Carrot Cake sich bei fast allen Menschen größter Beliebtheit erfreut, habe ich schon oft ein Stückchen probiert. Und es hat mir jedes Mal geschmeckt. Tja. Ambivalent. Ich sage es ja.

Heute habe ich es nun gewagt. Ich habe selber Möhren in einen Kuchen getan. Damit es nicht ganz so krass ist, habe ich auch noch Orangen und Pistazien mit hineingerührt. Ich bin allerdings noch nicht soweit, es auch tatsächlich Möhrenkuchen zu nennen. Es sind ‚Gelbe Schnitten mit Orange‘.

Gelbe Schnitten mit Orange

Gelbe Schnitten mit Orange:
2 große Möhren
180 g Butter
350 g Puderzucker
2 Eier
325 g Mehl
1,5 TL Backpulver
60 g Pistazien
1 Bio-Orange

Die Möhren schälen und fein raspeln. Ca. 40 g der Pistazienkerne (ungesalzene) grob hacken. 200 g des Puderzuckers, Butter und Eier schaumig rühren, die geraspelten Möhren und gehackten Pistazien dazugeben, Mehl und Backpulver einarbeiten und den Abrieb einer halben Orange hinzufügen. Den Teig in eine gefettete, flache Kuchen- oder Auflaufform geben (ca. 20 x 30 cm) und 40 Minuten bei 160° im Ofen backen.

Den erkalteten Kuchen in 10 x 3 cm große Streifen schneiden und mit einem halben cm Abstand zueinander auf Backpapier aufreihen.

Die zweite Hälfte der Orangenschale raspeln und die Orange auspressen. Ca. 4 Esslöffel des Orangensaftes mit 150 g Puderzucker in einem kleinen Topf vermischen und leicht erwärmen. Den Zuckerguss in einen kleinen Gefrierbeutel füllen, eine winzig kleine Spitze abschneiden und über den Schnitten verteilen. Schnell die restlichen Pistazienkerne darauf streuen und fertig!

Gelbe Schnitten mit Orange

 

 

Neuseeländischer Schokopudding

Ich war kurz vor meinem Studienabschluß für ein Auslandssemester 6 Monate in Neuseeland. Das war eine ganz wundervolle Zeit in einem ganz wundervollen Land. Ich habe dort in einer WG mit neuseeländischen Mädels gewohnt. Ähm, gut ok, eine kam aus Samoa und die andere war Britin, aber wer ist in Neuseeland denn bitte nicht zugezogen? Selbst die Maori sind zugewandert. Und den neuseeländischen Alltag habe ich trotzdem erlebt. Eine schöne Alltäglichkeit ist folgende:

Wer in Neuseeland einer Einladung folgt, bringt immer ein Gericht mit. Einen Teller voll Essen quasi. So entsteht bei jeder Art von Feier oder auch unfestlicher Zusammenkunft ein tolles Buffet, an dem sich jeder bedienen darf. Das ist an sich natürlich nicht ungewöhnlich. Auch hier in Deutschland bringt der ein oder andere schon mal einen Kartoffelsalat mit zum Grillabend. In Neuseeland ist es aber wirklich die Regel. Du bist eingeladen? Dann bring Essen mit.

An einem dieser Abende in unserem eigenen Haus, wollte ich einen Kuchen beisteuern, erfuhr dann allerdings, dass schon „Chocolate Pudding“ angekündigt wurde. Ich könne ja Eis dafür kaufen. Eis und Pudding? Kurz habe ich mich gewundert, aber dann nicht weiter darüber nachgedacht. Am Abend gab es dann allerdings gar keinen Pudding, sondern einen süßen, saftigen schoko-schokoladigen Schokokuchen getränkt mit Schokosoße. Das Eis passte ganz hervorragend dazu!

Später erfuhr ich, dass eben dieser schoko-schokoladige Schokokuchen „Chocolate Pudding“ ist. Irgendwie eine Mischung aus Kuchen und Pudding. Und während ich hier so in Erinnerungen schwelge, fällt mir auf, dass die Geschichte darüber, wie ich und der neuseeändische Pudding schlagartig unsere Liebe zueinander fanden, nur mäßig spannend ist. Allerdings ist heute WORLD BAKING DAY. Yeah! Woohoo. Die ganze Welt backt Kuchen. Überall liegt ein toller Duft in der Luft. Wann also, wenn nicht jetzt, sollte ich dieses wunderbare Rezept mit der Welt teilen?

Chocolate Pudding

Chocolate Pudding
Für den Teig:
100 g dunkle Schokolade
50 g Butter
125 ml Milch
85 g Mehl
70 g brauner Zucker

1 TL Backpulver

Für die Soße:
100 g brauner Zucker
1 EL Kakao (gehäuft)
350 ml kochendes Wasser

Schokolade und Butter in einem kleinen Topf bei schwacher Hitze schmelzen und mit den restlichen Zutaten zu einem Teig rühren. Den Teig in eine ausreichend große Backform, am besten eine Auflaufform, geben. Die Form sollte möglichst nicht zu mehr als einem Drittel  mit Teig gefüllt sein. Das gibt sonst eine Riesensauerei im Ofen. Zucker und Kakao (bitte echten, bitteren Kakao verwenden) miteinander vermischen und auf dem ungebackenen Teig verteilen. Das heiße Wasser vorsichtig, am besten über einen Löffel gegossen, über die Kakao-Zuckermischung geben und im vorgeheizten Backofen bei 180° ca. 40 Minuten backen.

Aus Zucker, Kakao und Wasser wird während des backens ganz von allein eine Schokosoße, die den Kuchen knatschig und matschig und saftig werden lässt. Das sieht anfangs sehr merkwürdig aus und wird im Laufe des Backprozesses noch viel merkwürdiger, am Ende wird aber ganz bestimmt alles gut und vor allem lecker. Mit säuerlichen Früchten und Vanilleeis schmeckt der „Pudding“ am besten. Also los jetzt. Pudding backen! Es ist WORLD BAKING DAY!

Zum Zeit vertreiben

Manchmal hätte ich unheimlich gerne genug Zeit, zum Beispiel um:

Kuchen zu backen, die so wunderschön aussehen wie die von Marcella Robin (im Video wird (zumindest teilweise) enthüllt wie es geht)

Einen Film aus Pappe zu machen. Ich liebe Pappe.

Diese unglaublich gut aussehenden Peanut Butter & Pretzel Bars zu machen und so hübsch zu fotografieren.

Jemanden immer und immer wieder einen Aal um die Ohren zu hauen (Maus bewegen).

Auch einmal eine Tafel so schön zu beschreiben wie Dana Tanamachi.

Alle Orte auf dieser Liste nacheinander zu bereisen. Nummer 12, 33, 56 und 65 habe ich schon gesehen. Dann bleiben ja nur noch 96.

Champagne Lake - Rotorua NZ

Mor har bagt du ved da…

Ich habe Geburtstag und da zu einem anständigen Geburtstag ein Geburtstagskuchen gehört, Ma aber nicht sonderlich gut backen kann, habe ich ihn selbst gebacken. Und zwar nicht irgendeinen Kuchen, sondern „Mor har bagt du ved da“ (dänisch für: Mama hat „du-weißt-schon“ gebacken), einen der leckersten Kuchen der Welt. Ein saftiger Schokokuchen mit einer dicken buttrigen Glasur mit Kaffee und Kokosnuss. Sensationell gut! Da diesen Kuchen allerdings kaum jemand zu kennen scheint, teile ich das Rezept gerne heute und hier. Auf das die Welt in den Genuss dieses Kuchens kommt.

Mor har bagt du ved da

Teig:
3 Eier
250 g Zucker

175 g Nutella
2 EL Kakaopulver (natürlich das echte)

175 g Mehl
3 TL Backpulver
100 ml kochendes Wasser
100 ml Milch

Glasur:
5 EL starken Kaffee (zubereiteter Kaffee, nicht das Pulver)
100 g Butter
2 EL Kakaopulver (wieder das echte)
250 g Puderzucker
2 TL Vanillezucker
75 g Kokosraspel

Alle Zutaten für den Teig miteinander verrühren und in eine gefettete Backform geben. Die Menge reicht für eine kleine runde Springform mit ca. 22 cm Durchmesser. Im vorgeheizten Backofen bei 180° für 25 – 30 Minuten durchbacken und abkühlen lassen.

In einem kleinen Topf alle Zutaten für die Glasur bei kleiner Flamme unter rühren schmelzen lassen. Mit einem Pinsel eine dünne Schicht Glasur auf den Kuchenrand streichen und mit Kokosraspeln bedecken. Anschließend die noch warme Glasur großzügig auf dem gesamten Kuchen verteilen. Für eine festere Konsistenz evtl. noch mehr Kokosraspeln unterrühren.

Abschließend im Schoko-Kaffee-Kokos-Himmel schweben.

Ein Traum

Mmh...